Widum Ampass

Ort:
Ampass

Architekt:
Rupert Messner - fessler architekten

Mitarbeiter:
Markus Brandstätter, Martin Kircher

Bauherr:
Prämonstratenser- Chorherrenstift Wilten

Grab- und Untersuchungsarbeiten:
Verein Archäo, Universität Innsbruck

Umbauter Raum
3.771 m³

Fertigstellung:
2004


"Das im Kern spätgotische und im Jahre 1674 barockisierte Widum Ampass, das dem Prämonstratenser-Chorherrenstft Wilten angehört, wurde in den Jahren 2003 / 2004 umgebaut und restauriert. Zugleich trat anstelle der alten Nebengebäude ein Neubau. Genutzt wird das meisterhaft gestaltete Ensemble heute von der Pfarrei Ampass und der Lebenshilfe. Im Zuge der umfangreichen Renovierungsarbeiten am Bestand wurde das Steinmauerwerk im tonnenförmig ausgebildeten Natursteinkeller gereinigt und saniert. Dabei erhielten die hier situierten Raumlichkeiten einen neuen Lärchenboden, der nun in eindrucksvollem Kontrast zu den massiven Quadern des wiederhergestellten Mauerwerks steht. Im Erdgeschoss wurde im Innenbereich der Putz abgeschlagen. Den anschliessend aufgebrachten Opferputz ersetzten die Sanierungsspezialisten endgültig durch einen reinen Kalkmörtelputz mit eingesumpften Kalk. Ferner erneuerten sie auch hier den Fussboden und brachten die Elektroinstallation auf den Stand der Technik. Schliesslich wurden die Fenster sowie ein Teil der Türen  wie überall im Gebäude  durch neue ersetzt. Das erste Obergeschoss zeichnet sich in seinem vorderen Bereich durch schöne barock Stuckdecken aus. Diese wurden fachgerecht restauriert, so dass sie heute wieder zu den Prunkstücken des Widums gehören. Die Holzkonstruktion im ausgeräumten Dachraum konnte erhalten bleiben. Sie präsentiert sich heute dem Betrachter eindrucksvoll in der Untersicht. Die neben dem Widum vorhandenen drei Garagen und Schuppen wurden abgebrochen. Diese Massnahme erwies sich als notwendig, da diese Nebengebäude baulich obsolet waren und zudem ca. 50 cm unter dem Strassenniveau lagen, so dass immer wieder Wasser eindrang. An gleicher Stelle entstand ein Neubau, der  zur Unterbringung des geplanten Raumprogramms  um 1,7 m länger ausfiel. Nach Abschluss dieser baulichen Massnahmen bezogen die Pfarrei Ampass sowie die Lebenshilfe das für ca. 1,6 Mio. Euro erweiterte und restaurierte Ensemble. Heute verfügt die Pfarrei im westseitigen Bereich des Bestandsbaus über Böros, ein Sitzungszimmer sowie ein Archiv. Auf gleicher Ebene nimmt der ostseitige Teil einen Saal mit dahinter liegender Kapelle, eine Teeküche sowie eine Toilettenanlage auf. Das umgebaute 1. Obergeschoss sowie der zur Gänze ausgebaute Dachboden steht komplett der Lebenshilfe zur Verfügung. Angeordnet sind hier vier getrennte Wohneinheiten mit Nasszellen in behindertengerechter Ausführung. Um diese Stockwerke problemlos auch für behinderte Menschen zugänglich zu machen, wurde ein neuer Lift eingebaut. Auf der unteren Ebene des Neubaus situierten die Planer einen Jugendraum samt dazugehöriger Toilettenanlage. Das Erdgeschoss ist der Pfarrei vorbehalten. Hier befinden sich die Priesterwohnung, ein Abstellraum sowie eine Garage. Das Hauptgebäude blieb aussen im wesentlichen unverändert. Die vertikale Erschliessung erfolgt über das neue Stiegenhaus und den bereits erwähnten behindertengerechten Lift. Beheizt wird der Komplex über eine Gasheizung."

aus: Zeitschrift Architektur Tirol & Südtirol


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